Therapiethema : "Sprechen über Gefühle"
Wut, Zorn, Ärger, Angst, Unlust, Trotz, Eitelkeit, Eifersucht,
Stolz, Neugier, Traurigkeit, Freude: Ein Potpourri unterschiedlichster
Emotionen verfärbt je nachdem unsere Alltagsstimmung, bestimmt
unser Verhalten und regelt die Beziehungen zu anderen Menschen
rund um die Uhr
..
Jeder hat schon einmal die Erfahrung
gemacht, dass Gefühle einen ganz schön aus der Bahn
werfen können (sie können Schlimmes anrichten), sie
können uns oft zu Denkfehlern oder Kurzschlusshandlungen
verleiten und lassen uns unvernünftig agieren.
Die Fähigkeiten, eigene Gefühle
und die Gefühle anderer wahrzunehmen, zu verstehen und
zu managen, scheint in unserer komplexen Welt von enormer Wichtigkeit
zu sein. Leider sind sie auf keiner Schule zu erwerben.
Fächer wie: "Gefühlshaushaltslehre", "Selbstkontrollstrategien"
oder "Konflikt-bewältigungstraining" wird man
auf keinem Stundenplan, auch nicht auf dem der Alois-Eckert-Schule,
ausfindig machen können.
Dennoch ähnelt oft auch hier der
Schulalltag einem Minenfeld, voller Provokationen, Beleidigungen
und Wutausbrüchen. Ärgerauslöser lauern immer
und überall. Die Fähigkeit, sich wieder einkriegen
zu können, kommt etwas schwach ausgeprägt vor. Die
Schüler selbst durchleben ein Wechselbad gemischter Emotionen
und wechseln von "Tätern" zu "Geiseln"
der eigenen Gefühlsausbrüche.
Zugegeben, für Schüler wie
für Lehrer oder Pädagogen sind schwere Zeiten angebrochen.
In den letzten Jahrzehnten hat sich das Wesen der Kindheit drastisch
gewandelt. So ist es für die Kinder schwerer geworden,
die Grundlagen des menschlichen Gefühlslebens zu erwerben.
Auch ist es für die Eltern und Lehrer genauso schwer diese
Grundlagen weiterzugeben.
Für den Autor des Buches "Emotionale
Intelligenz" von 1995, Daniel Goleman, ist das Familienleben
die "erste Schule" für das emotionale Lernen:
"Diese Schulung der Gefühle erfolgt nicht bloß
mittels der Dinge, die Eltern ihren Kindern direkt sagen, oder
die sie mit ihnen machen, sondern auch über die Vorbilder,
die sie abgeben bzgl. des Umgangs mit ihren eigenen Gefühlen
und mit den Gefühlen, die zwischen Mann und Frau ausgetauscht
werden. - Manche Eltern sind begabte emotionale Lehrer, andere
sind entsetzlich."
Wenn wir davon ausgehen, dass die Eltern
der meisten unserer Schüler nicht der ersten Kategorie
angehören, müssen wir zugeben, dass für ihre
Kinder ein kluger Umgang mit den eigenen Gefühlen, was
sich auf ihr seelisches Gleichgewicht sowie auf die Qualität
von Beziehung auswirken kann, keine Selbstverständlichkeit
zu sein scheint.
Trotzdem ist es wichtig, mit diesen Schülern
über Gefühle zu sprechen, über Möglichkeiten
sie zu sortieren, ihre Botschaft zu entziffern, um ihre positive
Kraft für Gegenwart und Zukunft nutzen zu können.
Anzahl der Schülerinnen und Schüler der Alois-Eckert-Schule
2004
2004 besuchten 42 Jungen und 4 Mädchen
die Alois-Eckert-Schule
Aufteilung nach Nationalitäten: